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St. Martin

St. Martenn ist eine hügelige Insel im Karibischen Meer, gelegen im Norden der Kleinen Antillen. In dieser Inselgruppe gehört sie zu den Inseln über dem Winde. Sie ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung bildet der Pic Paradis mit einer Höhe von 424 m über Meeresniveau.

Die etwa 87 km² große Insel liegt etwa 135 Seemeilen (250 km) östlich der Großen Antilleninsel Puerto Rico. St. Martin ist geopolitisch zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilt. Der nördliche, größere Inselteil bildet zusammen mit einigen Nebeninseln die französische Collectivité d’outre-mer Saint-Martin und gehört zur EU. Der südliche Teil bildet den autonomen Landesteil Sint Maarten im Königreich der Niederlande. Zusammengefasst als „St-Martin / St Maarten“, ist sie eine der kleinsten Inseln, die zwei Staaten angehört. Nur hier haben Frankreich und die Niederlande eine gemeinsame Landgrenze.

Der Hauptort des französischen Gebietes heißt Marigot; weiter im Norden liegt Grand-Case an der gleichnamigen Bucht. Der Hauptort des niederländischen Teiles ist Philipsburg. Der Anguilla Kanal trennt Saint Martin von der britischen Nachbarinsel Anguilla im Norden. Der Saint-Barthélemy Kanal trennt Sint Maarten von der französischen Insel Saint-Barthélemy im Südosten.

Die Insel wurde am 11. November 1493, dem Namenstag des heiligen Martin, durch Christoph Kolumbus entdeckt und einst Isla de San Martín genannt.

Im Juni 1633 besetzten die Spanier die Insel, um die holländische Festung vor Ort zu übernehmen. Im Jahre 1648 wurde das Inselgebiet geteilt, nachdem französische und niederländische Kriegsgefangene ihre spanischen Aufseher vertrieben hatten. Der Legende nach teilten die Deportierten die Insel unter sich auf, indem ein Niederländer und ein Franzose die Insel in gegensätzlicher Richtung umrundeten, bis sie sich wieder am Strand trafen. Es heißt auch, der Franzose habe dem Niederländer eine Wasserflasche gegeben, die allerdings Gin enthalten habe, weshalb heute der französische Teil größer sei als der niederländische. Der niederländische Inselteil (Sint Maarten) gehörte politisch bis zu deren Auflösung am 10. Oktober 2010 zu den Niederländischen Antillen.

Die Insel ist heute im Vergleich zu Nachbarinseln stark besiedelt. 2012 lebten annähernd 70.000 Einwohner auf St. Martin; auf der niederländischen Seite waren es laut Zensus vom April 2011 33.609 Einwohner. während für die französische Seite 35.742 Einwohner (Stichtag 1. Januar 2012) angegeben werden.

Die offizielle Währung des französischen Teils der Insel ist der Euro, die des niederländischen Teils der Antillen-Gulden. Dieser soll durch den gleichwertigen Karibischen Gulden ersetzt werden. Der US-Dollar wird auf beiden Inselteilen akzeptiert.

Die Insel unterliegt tropischem Monsunklima; die Trockenzeit reicht von Januar bis April, die Regen- und Hurrikan-Zeit von August bis Dezember. Der Wind weht meist aus Ost oder Nordost. Die Lufttemperatur liegt zwischen 20 °C und 34 °C; das Jahresmittel beträgt 27,2 °C. Die Temperatur des Seewassers reicht von 25.9 °C im Februar bis 28,4 °C im Oktober; Jahresmittel 27.2 °C. Über das Jahr, aber nur an 142 Tagen, fällt 1.047 mm Regen. Gewitter sind relativ selten: an 18 Tagen im Jahr.

 

Saint-Barthélemy (St. Barth) 

Saint Barthélemy (deutsch Sankt Bartholomäus, auch St. Barths, St. Barts, St. Barth oder Saint-Barth genannt) ist eine Insel der Kleinen Antillen. Sie ist seit Februar 2007 ein französisches Überseegebiet. Seit dem 1. Januar 2012 zählt sie zu den Überseeischen Ländern und Hoheitsgebieten der Europäischen Union.

Die Insel war ursprünglich vom indigenen Volk der Kariben besiedelt, die ihr den Namen Ouanalao gaben. 1493 wurde sie von Christoph Kolumbus auf dessen zweiter Reise entdeckt und zu Ehren seines Bruders Bartolomeo nach dessen Namenspatron, dem Apostel Bartholomäus, benannt. Die Spanier besiedelten die Insel in Folge jedoch nicht, und so war sie nur auf dem Papier in spanischem Besitz. Über den Verbleib der Urbevölkerung ist wenig bekannt. Zum einen Teil starb sie wahrscheinlich an aus Europa eingeschleppten Krankheiten, die sich auch ohne Zutun der Spanier von Insel zu Insel verbreiteten, zum anderen Teil wurde sie von diesen auch aktiv bekämpft und vermutlich wie von zahlreichen anderen kleinen Antilleninseln auch zur Zwangsarbeit nach Hispaniola verschleppt.

1648 ließen sich vor allem aus der Normandie und der Bretagne stammende französische Kolonisten unter dem Malteserritter Phillippe de Longvilliers de Poincy auf der Insel nieder, die davor lediglich von 170 Europäern und 50 afrikanischen Sklaven besiedelt war. 1651 verkaufte die französische Krone ihre Ansprüche auf die Insel an den Orden von Malta. Das dortige Klima war jedoch für den damals sehr gewinnbringenden Anbau von Zuckerrohr zu trocken und so wurde dieser Besiedelungsversuch 1659 wieder aufgegeben. Aus demselben Grund wurde auch keine größere Zahl von afrikanischen Sklaven dorthingebracht, was die Demographie bis heute von benachbarten Inseln unterscheidet. Die Lage im Norden der Kleinen Antillen war jedoch strategisch interessant, weshalb sich Saint-Barthélemy mit seinem natürlich geschützten Hafen beim Hauptort Le Carénage (wörtlich: Platz zum Reparieren des Kiels) zu einer Anlaufstation für Piraten entwickelte. Die wenigen Bewohner lebten vom Fischfang, der Aufzucht von Nutztieren, der Gewinnung von Salz und dem Anbau von Baumwolle und Indigo. Erst im Jahr 1763 erfolgte ein erneuter Versuch die Insel für Frankreich unter Kontrolle zu bringen und sie wirtschaftlich zu nutzen.

1784 überließ König Ludwig XVI. die als relativ wertlos geltende Insel im Tausch gegen ein Handelsrecht in Göteborg König Gustav III. von Schweden. Am 7. März 1785 wurde die Insel von den Schweden in Besitz genommen und der Name des Hauptortes Le Carénage wurde zu Ehren des schwedischen Königs in Gustavia umbenannt. Saint-Barthélemy hatte jedoch nicht einmal eigene Trinkwasservorkommen, so dass Wasser von den Nachbarinseln importiert werden musste. Durch Gewährung eines Freihandelsstatus blühte der Hafen auf (siehe auch Schwedischer Sklavenhandel und Schwedische Westindien-Kompanie), bis 1852 ein großes Feuer wichtige Teile Gustavias zerstörte. In US-Handelsstatistiken aus dieser Zeit wird die Insel als „Schwedisch-Westindien“ geführt. Die Mehrheit der Einwohner blieben auch unter schwedischer Herrschaft französischstämmige Europäer mit ihren Sklaven, wodurch weiterhin ein französisches Patois gesprochen wurde.

Die Sklaverei bestand im nun schwedischen Saint-Barthélemy zunächst weiter. Anstatt des vorher gültigen Code Noir wurde von Pehr Hermann Rosén von Rosenstein, dem schwedischen Interimsverwalter der Insel, 1787 eine "Ordonnance de la police générale" erlassen, welche die Behandlung der Sklaven gesetzlich regelte. Durch den Übergang in schwedischen Besitz wurde die im Zuge der französischen Revolution am 4. Februar 1794 beschlossene Abschaffung der Sklavenhaltung nicht wirksam, ein Gesetz, das jedoch auch auf den französischen Antilleninseln nicht umgesetzt wurde. Ab 1814 kam es zu einer Diskussion über die Sklaverei in Schweden selbst und sogar die schwedischen Reichsstände beschäftigten sich mit dem Thema. Ab 1844 wurde ein Programm gestartet, bei dem mit Geldern der schwedischen Staatskasse die damals noch 529 auf der Insel lebenden Sklaven schrittweise freigekauft wurden. Für ein Kind wurden 45 Gourdes bezahlt und für jeden erwachsen Mann 160. 71 dieser Sklaven waren noch vor dem schwedischen Verbot des Sklavenimports vom Jahr 1831 direkt aus Afrika gekommen, der Rest war auf der Insel geboren. Ein Teil der schwarzen Bevölkerung war schon zuvor von ihren Besitzern freigelassen worden oder hatte sich selbst freigekauft. Zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei kam es erst am 9. Oktober 1847, unter König Oskar I. und dessen lokalem Gouverneur James Haarlef Haasum. Die Mehrheit der ehemaligen Sklaven verließen in den folgenden Jahren die Insel, wodurch sich die Gesamtbevölkerung fast halbierte.

Am 10. August 1877 kauften die Franzosen die Insel für 80.000 Francs wieder zurück und unterstellten sie im Jahr darauf der Verwaltung von Guadeloupe, von dem sie 1946 eine Commune wurde.

Im Jahr 1957 kaufte der US-amerikanische Bankier David Rockefeller ein Anwesen auf der Insel (heute im Besitz von Roman Abramowitsch), und Saint-Barthélemy entwickelte sich von da an zu einer Destination für Luxustourismus, in der immer wieder der europäische Jetset und US-amerikanische Stars ihren Urlaub verbringen. Exklusivität, schöne Strände und gute Möglichkeiten zum Segeln zeichnen Saint Barthélemy weiterhin aus.

Zwischen 1962 und 2007 bildete Saint-Barthélemy zusammen mit dem französischen Teil von Saint Martin das zu Guadeloupe gehörende Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barthélemy. 2003 kam es zu einer Volksabstimmung, bei der die Mehrheit für eine Abtrennung von Guadeloupe stimmte, und so gilt die Insel seit 22. Februar 2007 als collectivité d'outre-mer (COM). Beide Gebiete sind seitdem zugleich Kommune, Departement und Region und direkter Teil Frankreichs, wodurch auch zahlreiche Bestimmungen der Europäischen Union auf Saint-Barthélemy gelten. Allerdings besitzen beide Collectivés fiskale Autonomie, wodurch französische Steuergesetze dort nicht automatisch gelten. Beide Inseln versuchen sich seitdem als Offshore-Finanzplatz und Steuerparadies zu positionieren.

 

Antigua

Antigua (spanisch für „alt“, das „u“ wird nicht gesprochen) ist eine Insel der Kleinen Antillen in der Karibik und Hauptinsel des Staates Antigua und Barbuda. Die Insel liegt ungefähr 80 km östlich von Nevis, 50 km nordöstlich von Montserrat, 100 km nördlich von Guadeloupe und 40 km südlich von Barbuda. Sie ist 281 km² groß, die Hügel erheben sich bis zu 400 m über den Meeresspiegel. Ihre 365 Strände gelten als sehr schön und fein.

Antigua wurde am 10. November 1493 von Christoph Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt. Er benannte die Insel nach seiner Schutzheiligen Santa Maria La Antigua. Er selbst hat die Insel wohl nicht betreten – an diesem Tag „klapperten“ die Spanier mehrere Inseln ab, um Española zu erreichen, und passierten Antigua frühmorgens – und seine Berichte dürften die Insel als von Wilden, die nichts Wertvolles besaßen, bewohnt und ohne Trinkwasser beschrieben haben. 1520 versuchte eine Gruppe Spanier, die Insel zu besiedeln, gab aber bald wieder auf. Die einheimischen Indianer dürften dabei ausgestorben sein, von ihrer Kultur finden sich noch zahlreiche Artefakte und ein paar Siedlungsstellen. Die Insel wurde erst knapp 150 Jahre nach der Entdeckung, im Jahre 1632, durch die Briten kolonialisiert. Zwischendurch eroberte die französische Flotte im November 1666 während des Zweiten Englisch-Niederländischen Krieges die Insel.

1674 bildete Antigua gemeinsam mit Nevis, St. Kitts und Montserrat eine Konföderation englischer Inselkolonien mit gemeinsamen Abgeordnetenhaus unter dem Gouverneur William Stapleton. Ab 1674 wurde auch Zuckerrohr angebaut - dafür wurden in den folgenden Jahrzehnten Tausende von Sklaven auf die Insel gebracht.

Die britische Kolonialherrschaft dauerte bis 1981. Mit der Unabhängigkeitserklärung am 1. November 1981 wurde der Name der Kolonie, Antigua, geändert in den Namen des unabhängigen Staates Antigua und Barbuda, der heute eine parlamentarische Monarchie ist. Die Hauptstadt, St. John’s, liegt auf Antigua.

 

Guadeloupe

Guadeloupe [gwaˈdlup], von den Einheimischen auch Gwada genannt, ist ein Überseedépartement und eine Region Frankreichs, bestehend aus einer Gruppe von neun Inseln der Kleinen Antillen innerhalb der Inseln über dem Winde in der Karibik.

Guadeloupe ist ein voll integrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union. Zusammen mit Martinique, Saint-Barthélemy und Saint-Martin bildet es die Französischen Antillen.

Südlich von Guadeloupe befindet sich die Insel Dominica, nordwestlich die Insel Montserrat und nordöstlich die Insel Antigua, die zum Inselstaat Antigua und Barbuda gehört. Ungefähr 250 km westlich liegt die unbewohnte venezolanische Insel Aves.

Guadeloupe besteht aus acht bewohnten sowie weiteren kleinen unbewohnten Inseln.

Die beiden Hauptinseln sind Basse-Terre und Grande-Terre, die nur durch die schmale, an der engsten Stelle etwa 50 m breite Meerenge Rivière Salée voneinander getrennt sind. In unmittelbarer Nähe zu diesen liegen die ebenfalls bewohnten Inseln Marie-Galante und La Désirade, die zwei kleinen, unbewohnten Îles de la Petite Terre sowie die Inselgruppe der Îles des Saintes, die zwei bewohnte und sieben unbewohnte Inseln umfasst.

Bis 2007 gehörten die Insel Saint-Barthélemy und der französische Teil der Insel Saint-Martin als Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barthélemy zu Guadeloupe. Diese liegen etwa 200 km nördlich der Hauptinseln. Im Februar 2007 wurden die beiden Inseln von Guadeloupe abgetrennt und zu je einer eigenen überseeischen Gebietskörperschaft (Collectivité d’outre-mer) aufgewertet.

Grande-Terre ist relativ flach und besteht hauptsächlich aus Kalkstein, Basse-Terre ist vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, u. a. mit dem höchsten Berg der Kleinen Antillen, dem Vulkan La Soufrière (1.467 m über NN). Der überwiegende Teil der anderen Insel ist ebenfalls vulkanischen Ursprungs.

Die ältesten archäologischen Zeugnisse menschlichen Lebens stammen aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. Ab 500 v. Chr. besiedelten die Saladoiden die Antillen. Ihnen folgten ab 600 n. Chr. die Arawak und ab dem 9. Jahrhundert schließlich die Kariben. Diese Ethnien kamen aus Südamerika und hatten ähnliche Lebensweisen. Aus der Beute, die sie durch Jagd und Fischfang erlegten, bereiteten sie einen sehr scharfen Pfeffertopf zu und servierten ihn mit Fladenbrot aus Maniokmehl. Daneben aßen sie Papayas, Guaven, Ananas und Avocados und die Männer rauchten Zigarren. Zu ihren Haushaltsgeräten gehörten Tongefäße, Behälter aus Pflanzenmaterial und Hängematten aus Baumwolle.

Die Frauen trugen einen Lendenschurz, die Männer gingen nackt. Zum Schutz gegen Insekten, als Schmuck und als Kriegsbemalung rieben sie sich mit einem Roucou genannten roten Pflanzenfarbstoff ein, der mit Öl vermischt wurde. Auf ihren Kriegszügen töteten die Kariben die Arawak-Männer und nahmen deren Frauen als Sklaven. Von den Kariben wurde berichtet, dass sie ihre männlichen Gefangenen verzehrt haben sollen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass viele Gerüchte um Kannibalismus wissenschaftlich nicht haltbar sind und sich entweder als falsch verstandene Beerdigungsriten entpuppten oder ihren Ursprung in aufgebauschter Berichterstattung hatten.

Bei den Kariben hieß die Insel Karukera – Insel der schönen Wasser.

Kolumbus erreichte die Insel als erster Europäer auf der Hinfahrt seiner zweiten Reise am 4. November 1493. Er nannte sie Guadalupe nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Señora de Guadalupe, da er den Mönchen dort versprochen hatte, eine Insel so zu benennen. Die Kariben wehrten sich jedoch zunächst erfolgreich gegen die Spanier.

Erst 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren. 1664 wurde die Insel der Französischen Westindienkompanie übertragen. Nach deren Auflösung 1674 übernahm die französische Krone die Verwaltung der Kolonie. Die französischen Kolonialherren errichteten eine Plantagenwirtschaft. Sie bauten vor allem Zuckerrohr und Kaffee an. Die Auseinandersetzungen mit den Kariben endeten mit deren Deportierung auf die Nachbarinsel Dominica. Als Arbeitskräfte ließen sich die neuen Herren Menschen aus Afrika bringen, die im Rahmen des transatlantischen Sklavenhandels mit Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt wurden. Statistisch gesehen überlebte ein Sklave auf einer Plantage sieben Jahre, Frauen wurden oft unfruchtbar. Die Sklaven afrikanischer Herkunft stellten schließlich die Mehrheit der Bevölkerung der Kolonie.

Während des Siebenjährigen Krieges drangen auf Guadeloupe im Februar 1759 britische Einheiten ein und nahmen die Insel vom 23. April 1759 bis 10. Februar 1763 in Besitz.

Im Zuge der Französischen Revolution von 1789 wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien und damit auch in Guadeloupe im Februar 1794 aufgehoben. Großbritannien nutzte die neue politische Lage und besetzte im April 1794 die Inseln. Es wurde dabei von den Plantagenbesitzern unterstützt, die die Umsetzung der deklarierten Aufhebung der Sklaverei verhindern wollten. Die britische Besatzung wurde jedoch von französischen Truppen unter Führung des Nationalen Kommissars für Guadeloupe, Victor Hugues, bald vertrieben. Dieser setzte dabei auch auf die Unterstützung der befreiten Sklaven. Hugues regierte als Kommissar die Inseln von 1794 bis 1798.

Napoléon führte die Sklaverei am 20. Mai 1802 wieder ein. Zwei schwarze Truppenführer, Delgres und Ignace, stellten sich mit ihren Soldaten Napoleons Truppen entgegen und ließen ihr Leben im Kampf um die Freiheit. Die Überlebenden wurden gehängt, darunter eine Frau mit Namen Solitude, die bei ihrer Gefangennahme hochschwanger war. Die Geburt des Babys wurde abgewartet, ehe auch sie hingerichtet wurde.

In den napoléonischen Kriegen eroberte Großbritannien Guadeloupe am 4. Februar 1810 erneut und trat es am 3. März 1813 an König Karl XIII. von Schweden und seine Nachkommen als Kompensation für die Eigentumsverluste des Kronprinzen Karl XIV. ab, die er als Verbündeter gegen Napoleon erlitten hatte. Im Frieden von Paris gab Schweden die Insel 1814 gegen Zahlung von 24 Millionen Franc wieder an Frankreich zurück. Mit dem Geld wurden 1815 die Staatsschulden zurückgezahlt, und der König erhielt dafür eine jährliche Geldrente. Diese sogenannte Guadeloupe-Rente wurde bis 1983 im schwedischen Staatshaushalt veranschlagt und danach durch Erhöhung des Haushalts für die königliche Hofhaltung abgelöst. Zu dieser Zeit betrug sie 300.000 Kronen.

Die wiederhergestellte Ordnung der Sklaverei wurde zunehmend instabil. Mehr und mehr Sklaven flüchteten sich in die Wälder und es gab häufig Aufstände. Inzwischen traten auch Menschenrechtler wie Victor Schœlcher auf den Plan. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei durch das Décret d'abolition de l'esclavage vom 27. April 1848 in allen französischen Besitzungen endgültig abgeschafft.

Viele ehemalige Sklaven waren nicht mehr bereit, auf den Plantagen zu arbeiten. Um den Plantagenbetrieb aufrechterhalten zu können, wurden deshalb freie Kontraktarbeiter vor allem in Indien angeworben und nach Guadeloupe gebracht. Der Plantagenbesitzer bezahlte die Überfahrt, dafür mussten die Kontraktarbeiter zwischen drei und fünf Jahre auf seiner Plantage arbeiten. Dann waren sie frei und konnten zurückkehren oder in Guadeloupe bleiben. Insgesamt kamen zwischen 1854 und 1889 auf diese Weise 42.000 Inder nach Guadeloupe.

Ende des 19. Jahrhunderts räumte Frankreich der schwarzen Bevölkerung das Wahlrecht ein. 1470 dieser neuen französischen Bürger ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben für Frankreich. Auch vom Zweiten Weltkrieg war Guadeloupe betroffen. Nach Frankreichs Kapitulation flohen junge Freiwillige unter Lebensgefahr von der Insel und schlossen sich den Alliierten und General de Gaulle an.

Am 19. März 1946 wurde Guadeloupe zum Überseedépartement (Département d'Outre Mer/DOM) Frankreichs. Seitdem ist es keine Kolonie mehr; es wird auf allen Gebieten als integraler Bestandteil des Mutterlandes betrachtet und seine Einwohner werden von staatlicher Seite als Franzosen betrachtet. Auf die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede zum Mutterland wird dabei wenig Rücksicht genommen, vielmehr wird die vollständige Assimilation angestrebt.

Als Antwort auf diese Politik entstanden in den 1980er Jahren nationale Bewegungen, die eine Loslösung von Frankreich anstreben. Diese betonen die Eigenständigkeit der antillanischen Kultur und verwenden etwa in Radiosendungen ausschließlich das Kreolische anstelle von Französisch. Vor allem aber sind die Independentisten bestrebt, die Eigenverantwortlichkeit der Bevölkerung für ihr Land zu entwickeln. Der Großteil der Bevölkerung hält jedoch eine Unabhängigkeit von Frankreich gegenwärtig nicht für realistisch.

 

 

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